SBC Insights · M&A-Beratung

Unternehmensbewertung:
Methoden und was sie
wirklich bedeuten

EBITDA-Multiplikatoren, DCF oder Substanzwert? Welche Methode wann gilt – und warum der erzielbare Kaufpreis am Ende von mehr abhängt als von einer Formel.

Spaderna Brücker & Cie. M&A-Beratung 9 Min. Lesezeit
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M&A
Nachfolge · Finanzierung

Was bedeutet „Unternehmenswert" eigentlich?

Der häufigste Irrtum im Vorgespräch mit einem Verkäufer lautet: „Mein Steuerberater hat das Unternehmen mit X bewertet." Was dabei oft gemeint ist, ist ein steuerlicher oder buchwertbasierter Wert – nicht der Preis, den ein strategischer Käufer am Markt bereit wäre zu zahlen.

Unternehmenswert und Kaufpreis sind zwei verschiedene Dinge. Der Wert ist eine analytische Schätzung unter bestimmten Annahmen. Der Preis entsteht im Wettbewerb zwischen Käufern – und kann den errechneten Wert erheblich über- oder unterschreiten.

Grundprinzip: Ein Unternehmen ist so viel wert, wie ein informierter, rationaler Käufer unter Wettbewerbsdruck bereit ist zu zahlen. Die Aufgabe des Beraters ist es, diesen Wettbewerb herzustellen.

Die drei wichtigsten Bewertungsmethoden

In der Praxis werden bei mittelständischen Transaktionen vor allem drei Ansätze angewendet – häufig in Kombination:

Welche Faktoren den Multiplikator treiben

Der Multiplikator ist keine fixe Branchenkennzahl – er ist das Ergebnis einer Einschätzung von Qualität, Risiko und Wachstumspotenzial. Die wichtigsten wertsteigernden Faktoren:

Aus der Praxis: Zwei Unternehmen mit identischem EBITDA können im Verkaufsprozess Preise erzielen, die um 30–50 % auseinanderliegen – abhängig von Qualität, Struktur und der Anzahl der Bieter im Prozess.

Bereinigtes EBITDA: Die Grundlage jeder Bewertung

Käufer bewerten nicht das EBITDA laut Jahresabschluss, sondern ein bereinigtes EBITDA. Dabei werden einmalige, nicht-operative oder inhaberspezifische Positionen herausgerechnet – zum Beispiel überhöhte Geschäftsführergehälter, private Kosten im Betrieb, einmalige Restrukturierungsaufwände oder Erträge aus Anlagenverkäufen.

Eine sorgfältige Bereinigung ist keine Schönfärberei, sondern eine sachlich gerechtfertigte Normalisierung – und eine der wichtigsten Aufgaben im Rahmen der Verkaufsvorbereitung. Wer diese Arbeit nicht leistet, lässt bares Geld auf dem Tisch liegen.

Enterprise Value vs. Eigenkapitalwert

Ein häufiger Stolperstein: Die meisten Bewertungsmethoden ergeben den Enterprise Value (Unternehmenswert auf schuldenfreier Basis). Der tatsächliche Kaufpreis für die Gesellschaftsanteile – der Equity Value – ergibt sich erst nach Abzug von Nettoverbindlichkeiten und Berücksichtigung von Nettoumlaufvermögen (Working Capital). In der Praxis können allein diese Adjustierungen den Kaufpreis um mehrere Millionen Euro verändern.

Fazit

Eine realistische Bewertungserwartung ist die Voraussetzung für einen erfolgreichen Verkaufsprozess. Zu hohe Preisvorstellungen schrecken qualifizierte Käufer ab; zu niedrige verschenken Wert. Ein erfahrener Berater kennt die aktuellen Marktmultiplikatoren, kann das bereinigte EBITDA professionell darstellen – und stellt durch einen kompetitiven Prozess sicher, dass der erzielbare Preis tatsächlich ausgeschöpft wird.

Wenn Sie wissen möchten, welchen Wert Ihr Unternehmen heute realistisch erzielen könnte, sprechen wir gerne in einem vertraulichen Erstgespräch.

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